Raus aus dem Mental Load

Raus aus dem Mental Load

Wenn es dir im Alltag mit Kindern so ähnlich wie mir geht, bist du vermutlich auch häufig bis immer ziemlich erschöpft. Einen großen Teil deiner täglichen Erschöpfung kannst du vermutlich dem nie aufhörenden Gedankenkarussell zuschreiben, welches dich immerzu daran erinnert, was du noch als nächstes tun musst. Ein berühmter Comic von Emma (einer französischen Zeichnerin, die sich unter anderem für Feminismus einsetzt) beschreibt treffend die Lage, in der sich viele Frauen, insbesondere Mütter, täglich befinden. Für diese unsichtbare und belastende Arbeit hat sich der Begriff Mental Load, also quasi gedankliche Belastung, etabliert. Hierbei gibt es drei kritische Punkte:

  1. Die Arbeit ist neverending – sie hört einfach nie auf. Es werden allein für die Kinder immer mal wieder neue Kontrollarzttermine und neue Kleidung nötig. Es fallen immer wieder Geburtstage an. Und wenn dein Kind zu einem Verein oder sonstigem Hobby gebracht werden möchte, zieht das wieder eine Reihe an Aufgaben nach sich.
  2. Die Arbeit ist unsichtbar. Und wird damit häufig nicht einmal wertgeschätzt. Viele Partner verstehen gar nicht, worüber man sich beklagt, wovon man abends so erschöpft ist (abgesehen davon, dass es ein Vollzeitjob ist, sich um die Bedürfnisse eines oder gar mehrerer Kinder zu kümmern). Auch dir selbst kommt es vermutlich häufig am Abend so vor, als hättest du gefühlt wieder nichts geschafft, obwohl du den ganzen Tag nur gerannt bist.
  3. Die Arbeit ist teilweise belastend. Weil es eben oftmals vieles zu bedenken gibt, du dich an so viel erinnern musst. Oder es schnell aufschreiben musst, bevor das Kind schreit. Zusätzlich zu den ganzen alltäglichen Aufgaben, die sowieso anstehen, gibt es auch regelmäßig wiederkehrende Aufgaben, und sei es nur das Blumen gießen, neue Müllbeutel besorgen, wenn die alten leer sind, die Klopapier Rollen nachfüllen. Alles Kleinigkeiten, oder? Nicht der Rede wert? In der Summe ergibt sich hier aber doch ein gewaltiger Berg an Dingen, die dich einfach mental belasten, wenn du daran denken und dich darum (alleine) kümmern musst.

Mir ist bei einer Übung – dem bewussten Beobachten meiner Gedanken – aufgefallen, dass wirklich ständig Gedanken aufkommen wie „Ohhh, daran muss ich noch unbedingt denken“ oder „Das muss ich gleich noch unbedingt erledigen“. Eigentlich könnte ich beim Spielen mit meinen Kindern jede Minute das Handy in die Hand nehmen, um mir schnell noch was zu notieren, bevor ich es wieder vergesse. Und auf dem Weg in die Küche, um meiner Tochter etwas zu trinken zu holen, fallen mir die dreckigen Socken auf dem Flurboden auf, die Teller, die sich auf der Spülmaschine stapeln, und der Zettel am Kühlschrank mit dem Müllabfuhrtermin morgen – irgendjemand musste zumindest meinen Mann daran erinnern, die Mülltonnen an die Straßen zu schieben.Wege finden, um uns von dieser unsichtbaren Last zu befreien und ein erfülltes und ausgewogenes Familienleben zu führen.

Mental Load Test

Die Initiative Equal Care Day hat einen Mental Load Test herausgebracht, den du zusammen mit deinem Partner durchführen kannst -> Zum Test als PDF.

Was außerdem helfen kann

In einem ersten Schritt: Bewusstmachen. Dir selbst, und natürlich auch deinem Partner. Schreibe dir z.B. eine Woche lang auf, was du alles tust, organisierst, an was du denken musst, was noch ansteht. Einfach so untereinander auf einen Zettel, dann hast du es mal schwarz auf weiß vor dir.

In einem zweiten Schritt: Aufgabenverteilung zusammen anschauen. Was ist wirklich wirklich wirklich notwendig. Was musst du unbedingt selbst machen. Was kann dein Partner machen. Was kann ggf. eine externe Hilfe übernehmen.

In einem dritten Schritt: Loslassen (üben). Versuche, die Aufgaben, die du abgegeben hast, auch wirklich abzugeben.

Wie sieht es bei dir und deinem Partner aus? Wie regelt ihr die Aufgabenverteilung? Hast du noch weitere Tipps , die dir geholfen haben, nicht mehr an alles denken zu müssen? Schreib mir deine Erfahrungen gern in die Kommentare!

Buchtipps & Weitere Links

  1. Buch: Raus aus der Mental Load Falle
  2. Buch: Mama muss gar nichts
  3. Buch: Fifty Fifty Eltern
  4. Mental Load Angebote im Mamas Dorf Verzeichnis

Im Interview mit Patricia Cammarata erfährst du noch mehr über Mental Load.

High Need Baby – Anzeichen & Was kann ich tun?

High Need Baby – Anzeichen & Was kann ich tun?

Es gab nicht nur einen Grund, warum mein erstes Babyjahr mit das härteste Jahr meines Lebens war (worauf ich hier auch eingehe). Aber ein Hauptgrund war auf jeden Fall dieser: Meine Tochter war ein High Need Baby.

Vielleicht hast du diesen Begriff schonmal gehört und fragst dich, ob das auf dich auch zutreffen könnte? Oder du hast noch nie davon gehört und möchtest wissen, was das überhaupt ist und ob du deswegen vielleicht so erschöpft bist? Ob mit deinem Baby vielleicht doch alles stimmt, es aber einfach etwas anders ist?

Was ist ein „High Need Baby“?

Ein „High Need Baby“ ist ein Begriff, der von Dr. William Sears geprägt wurde, um Babys zu beschreiben, die intensivere Bedürfnisse haben als andere. Diese Babys sind oft anspruchsvoller in Bezug auf Schlaf, Nahrungsaufnahme, Nähe und Stimulation.

In diesem Blogartikel beschreibe ich:

  • Die Merkmale von High Need Babies
  • Woher der Begriff High Need Baby stammt
  • Was der Unterschied ist zwischen High Need Baby und Schreibaby
  • Was man tun kann, wenn man ein High Need Baby hat.

Merkmale eines „High Need Babys“:

  1. Intensive Bedürfnisse: Hochbedürfnis-Babys benötigen oft mehr Aufmerksamkeit und Interaktion. Vielleicht kennst du sie auch? Die Babys, die in der Krabbelgruppe zufrieden herumliegen und einfach nur durch die Gegend schauen? Und dein Baby ist sofort unzufrieden, wenn es nicht von dir unterhalten wird?
  2. Temperamentvoll: Sie können oft schnell reizbar sein und sich schwer beruhigen lassen.
  3. Hohe Sensibilität: Diese Babys können auf Reize wie Geräusche, Licht und Berührungen empfindlicher reagieren.
  4. Starker Bindungswunsch: Hochbedürfnis-Babys sehnen sich oft nach Nähe und Sicherheit und zeigen eine starke Bindung zu ihren Eltern. Oft sind es klassische „Tragebabys“, die sich einfach nicht ablegen lassen.

Aus meiner Erfahrung kann ich auch dazu fügen, dass meine Tochter sehr unruhig schlief und im 1. Jahr oft alle 45 – 90 Minuten aufgewacht ist. Außerdem wollte sie eigentlich immer stillen.

Woher stammt der Begriff „High Need Baby“ überhaupt?

Der Begriff „High Need Baby“ (high = hoch, need = Bedürfnis) stammt von Dr. William Sears, einem Kinderarzt und Autor mehrerer Bücher über Elternschaft und Kindesentwicklung (z. B. Attachment Parenting Buch, Schlafen und Wachen: Das Elternbuch für Kindernächte).
In seinen Büchern und Artikeln verwendet Dr. Sears den Begriff High Need Baby, um Babys zu beschreiben, die intensivere Bedürfnisse haben als andere und daher eine erhöhte Aufmerksamkeit und Fürsorge seitens der Eltern erfordern. In seinen Büchern betont Sears die Bedeutung von Bindung, Nähe, Geduld und Verständnis im Umgang mit high need Babys.

Was ist der Unterschied zwischen einem High Need Baby und einem Schreibaby?

Der Begriff „High Need Baby“ und „Schreibaby“ werden manchmal synonym verwendet, da beide Begriffe auf Babys hinweisen, die intensivere Bedürfnisse haben und deren Betreuung anspruchsvoller sein kann, als die von „normalen“ Babys. Dennoch gibt es einige Unterschiede zwischen den beiden Begriffen:

  1. High Need Baby:
    • Ein „High Need Baby“ wird für Babys genutzt, die intensivere Bedürfnisse haben als andere. Diese Babys können in verschiedenen Bereichen anspruchsvoller sein, wie zum Beispiel in Bezug auf Schlaf (schlafen wesentlich weniger, wachen sehr häufig auf), Nahrungsaufnahme (wollen z. B. ständig stillen, nuckeln, trinken), Nähe (lassen sich nicht ablegen) und Stimulation (können sich gar nicht selbst beschäftigen).
    • High Need Babys können empfindlicher auf Reize reagieren, sind oft schnell reizbar und sehnen sich nach Nähe und Sicherheit. Der Übergang zu hochsensiblen Babys kann hierbei fließend sein.
    • Bei High Need Babys gilt es, die Bedürfnisse des Babys besser zu verstehen und geeignete Wege zu finden, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ich kann hierzu sehr die „artgerecht“ Reihe von Nicola Schmidt empfehlen, die zumindest schonmal die Illusion nimmt, dass alle Babys sich ablegen lassen, durchschlafen und alle 4 Stunden gestillt werden.
  2. Schreibaby:
    • Ein Schreibaby ist ein Baby, das übermäßig viel weint oder schreit, ohne dass eine offensichtliche Ursache erkennbar ist (an mind. 3 Tagen pro Woche länger als 3 Stunden über einen längeren Zeitraum, ist eine offizielle Definition).
    • Schreibabys können unterschiedliche Gründe für ihr Weinen haben, darunter Koliken, Unwohlsein, Überstimulation, Hunger oder Müdigkeit – dies lässt sich aber wie schon gesagt meist nicht feststellen.
    • Bei Schreibabys liegt der Fokus darauf, mögliche Ursachen für das übermäßige Weinen zu identifizieren und Strategien zu entwickeln, um das Kind zu beruhigen und die Belastung für die Eltern zu reduzieren.

Insgesamt können High Need Babys und Schreibabys sich überschneiden, da beide Situationen für Eltern herausfordernd sind. Es ist wichtig, die individuellen Bedürfnisse und Verhaltensweisen des Babys zu berücksichtigen und SUPER WICHTIG, entsprechende Unterstützung und Ressourcen in Anspruch zu nehmen, um den Eltern zu helfen, mit diesen krassen Herausforderungen umzugehen.

Tipps für Eltern von High Need Babys:

  1. Akzeptanz und Geduld: Akzeptiere, dass dein Baby vielleicht intensivere Bedürfnisse hat, vergleiche dich und dein Baby nicht mit anderen und sei geduldig mit dir selbst und deinem Baby.
  2. Enge Bindung aufbauen: Nimm dir Zeit, um eine starke Bindung zu deinem Baby aufzubauen. Haut-zu-Haut-Kontakt und generell viel Körperkontakt können deinem Baby das Gefühl von Sicherheit geben.
  3. Unterstützung suchen: Such dir unbedingt Unterstützung bei deinem Partner, Familie oder Freunden. Es ist wichtig, dass du dir selbst Zeit für Ruhe und Erholung nehmen kannst.
  4. Flexibilität in der Routine: Sei offen für Veränderungen in deiner Routine. High Need Babys können manchmal unvorhersehbar sein, und Flexibilität kann den Stress reduzieren. Auch wenn Routinen generell hilfreich sind im Familienalltag, klappt es hier nicht immer.
  5. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Zögere nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du dich überfordert fühlst. Ein Kinderarzt oder eine Beratungsstelle kann dir möglicherweise weitere Ratschläge und Unterstützung bieten. Schau unbedingt bei den Beratungsstellen und im Mamas Dorf Verzeichnis nach, dort wirst du bestimmt schon fündig.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die erste Zeit mit einem High Need Baby unfassbar anstrengend, vielleicht sogar traumatisch sein kann. Egal, wie gut man sich auf die Babyzeit vorbereitet hat – darauf kann einen wirklich nichts vorbereiten. Sich so viel Unterstützung zu holen wie möglich und sich ohne schlechtes Gewissen Auszeiten ohne Baby zu nehmen ist wirklich essentiell. Sprüche wie „sie werden ja so schnell groß“ helfen dir stattdessen sicherlich nicht weiter.

Kommentiere gern unter diesem Blogartikel und teile deine Erfahrungen mit mir.

Interview mit wellcome – Organisation für praktische Hilfe im Alltag mit Baby

Interview mit wellcome – Organisation für praktische Hilfe im Alltag mit Baby

Bei beiden Kindern hat mir die Organisation wellcome im ersten Jahr mit Baby sehr geholfen. Ich hatte wie viele andere keine familiäre Unterstützung vor Ort, keine Eltern, Großeltern & Co. Im vorliegenden Interview mit Alissa Schrumpf von wellcome erfährst du, was wellcome macht und wie sie auch dich unterstützen können.

„Was genau bieten Sie an?“

wellcome ist ein Sozialunternehmen und einer der Social Franchise Pioniere in Deutschland. Wir entwickeln Angebote für Familien und möchten Eltern damit ermutigen, sich auf das Abenteuer Familie einzulassen. Ganz nach der Devise: „Kindern geht es nur gut, wenn es den Eltern gut geht.“

Unter dem Dach von wellcome gibt es drei Angebote:

wellcome – Praktische Hilfe nach der Geburt entlastet alle Familien, die sich in dieser ersten Zeit Unterstützung wünschen. Hilfe erhalten sie bei wellcome durch Ehrenamtliche, die sie im Alltag entlasten – so wie es sonst Familie, Freunde oder Nachbarn tun. Sie sorgen dafür, dass die Eltern mal wieder zur Ruhe kommen, sich dem Geschwisterkind widmen oder sich selbst mal eine kleine Auszeit gönnen können. Eine fachlich geschulte Teamkoordination steht der Familie und der Ehrenamtlichen dabei stets zur Seite.

Der Spendenfonds für Familien in Not von wellcome ermöglicht eine materielle Unterstützung, die sich individuell und unbürokratisch nach deren konkretem Bedarf richtet, damit das Nötigste angeschafft werden kann. Es werden ausschließlich Bedarfe gefördert, die nicht durch die öffentliche Hand abgedeckt sind. Am häufigsten finanziert der Spendenfonds Möbel, Kleidung, Windeln, Kinderwagen, Fahrradanhänger und Familienaktivitäten.

Mit ElternLeben.de werden Mütter und Väter in jeder Elternphase auch digital begleitet. Durch zahlreiche Formate bietet die Online-Plattform Eltern die Möglichkeit, sich sicher im Umgang mit ihren Kindern zu fühlen und ihr Elternleben mit Gelassenheit und Lebensfreude zu leben. Wir unterstützen Eltern mit Artikeln, Video-Seminaren, Checklisten, Selbsttests und Handbüchern zu wichtigen Themen. Zusätzlich bietet ElternLeben.de eine persönliche Online-Beratung mit schnellen Reaktionszeiten. In der deutschlandweiten Datenbank finden Nutzer*innen wertvolle praktische Hilfe direkt vor Ort.

„Wie kann man sich an Sie wenden und was sind die Rahmenbedingungen für Ihre Unterstützung?“

Unser Angebot Praktische Hilfe nach der Geburt gibt es zurzeit an rund 220 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es richtet sich an alle, die im ersten Lebensjahr ihres Kindes praktische und unbürokratische Hilfe suchen. Soziale Herkunft und Einkommen spielen keine Rolle. Die Unterstützung ist unabhängig davon, ob es das erste Kind ist oder ob es bereits Geschwisterkinder gibt. Für die erste Vermittlung berechnen wir eine einmalige Gebühr von bis zu zehn Euro und für den wellcome-Einsatz bei der Familie zu Hause bis zu fünf Euro pro Stunde. Unsere Hilfe scheitert aber nie am Geld.

Ist die Familie eingebettet in das Netzwerk unserer Kooperationspartner, kann durch diesen eine Förderung beim Spendenfonds beantragt werden.

Das umfangreiche Angebot von ElternLeben.de mit den vier Schwerpunkten „Elternwissen“, „Häufige Fragen“, „Online-Beratung“ und „Angebote vor Ort“ ist online frei zugänglich unter www.ElternLeben.de.

„Sehen Sie besorgniserregende Trends in der momentanen Zeit?“

Die Ansprüche an Eltern haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, nicht zuletzt auch gefördert durch die Sozialen Medien. Dadurch entsteht ein Druck auf Eltern, der den ohnehin schon herausfordernden Alltag zusätzlich erschwert. Hinzu kommen die große Zeitnot und die Herausforderungen der Vereinbarkeit, deren Last Familien in besonderer Weise tragen. Entstehen dann noch Krisensituationen wie die Corona-Pandemie oder auch die aktuelle Energiekrise, so kann dies das Fass zum Überlaufen bringen – gerade wenn Familien wenig eigene Ressourcen mitbringen. Dass dies gesellschaftlich und politisch immer noch nicht gesehen wird und die wichtige Sorgearbeit, die Familien leisten, viel zu wenig Wertschätzung und Anerkennung erfährt, ist eines der großen Probleme unserer Zeit.

„Haben Sie allgemeine Empfehlungen für Mütter, um sich den Alltag weniger herausfordernd zu gestalten?“

Der Start in die Elternschaft ist für alle Mütter und Väter eine besondere Herausforderung – sich das bewusst zu machen, kann schon entlastend sein. Es sich in dieser Situation leicht zu machen, die eigenen Ansprüche herunterzuschrauben und bei Bedarf nach Hilfe zu suchen – und diese auch anzunehmen – ist ein ganz wichtiger Schritt, zu dem wir alle Eltern ermutigen wollen. Darüber hinaus ist die Vernetzung mit Gleichgesinnten in einer ähnlichen Lebenssituation oftmals sehr hilfreich. Praktische Entlastung im Alltag, wenn das eigene Netzwerk fehlt, wird nach wie vor viel zu selten angeboten – wir arbeiten daran, dass sich das ändert!


Vielen herzlichen Dank an wellcome für das Interview und natürlich für die wunderbare niederschwellige Unterstützung für Familien. Schaut für weiterführende Infos auf wellcome-online.de und ElternLeben.de

 

Herausforderungen im Mama Alltag – Jenny Macholdt von Moms 4 Moms im Interview

Herausforderungen im Mama Alltag – Jenny Macholdt von Moms 4 Moms im Interview

Oft haben wir Mütter ja das Gefühl, dass es nur uns schwer fällt, im Alltag alles zu meistern. Bei anderen sieht es meist so leicht und mühelos aus. Um dir zu zeigen, dass das nicht der Fall ist, starte ich eine Interviewreihe zu dem Thema „Was sind deine größten Herausforderungen als Mutter und wie gehst du damit um“. Die liebe Jenny von Moms 4 Moms macht den Anfang:

 

1.    Was sind im Alltag als Mama deine größten Herausforderungen?

Puh, das ist eine gute Frage. Ich glaube, die Herausforderungen sind da ganz vielschichtig. Als Working-Mom besteige ich natürlich täglich den Balance-Akt zwischen der Erwerbsarbeit, die Begleitung meiner Tochter und unserem Familienleben. Nicht zu vergessen sind dabei natürlich auch meine eigenen Bedürfnisse und persönlichen Ziele, wie z.B. den Aufbau meiner Selbständigkeit als Mama Coach und Gründerin von Moms 4 Moms im Nebengewerbe. Das alles unter einen Hut zu bekommen und dabei nicht kaputtzugehen, sind so meine täglichen Herausforderungen.

Zusätzlich befindet sich meine Tochter mit ihren 2,5 Jahren natürlich gerade mitten in ihrer Autonomiephase, was unser Familienleben auch hier und da vor neue Bedürfnisse und damit einhergehende Strapazen stellt. Bei all den Emotionen, gepaart mit dem alltäglichen Stress, kann es schnell dazu führen, dass einem der Kopf raucht.

 

2.    Weißt du, ob es anderen Mütter auch so geht oder was diese für Herausforderungen haben? Falls ja: Hilft es dir zu wissen, dass es anderen auch so geht?

Ohja, natürlich hat jede Mama ihre eigenen Herausforderungen in ihrem Mama-Alltag, aber letztendlich ähneln sie sich doch alle irgendwie. Gerade in der heutigen Zeit, in der wir Mamas doch mehr oder weniger einer Erwerbstätigkeit nachgehen (egal ob angestellt oder selbstständig) kommen wir alle mit dem Thema Vereinbarkeit in Kontakt. Mit dem Wiedereinstieg in ein Berufsleben, erlernst du relativ schnell, was Flexibilität bedeutet. Da ist es immer gut zu wissen, dass du nicht alleine auf weiter Flur bist und dich mit anderen Mamas auszutauschen. Zu erfahren, wie es andere vielleicht machen oder wie sie mit solchen Situationen umgehen und sich vielleicht auch in Notsituationen gegenseitig zu unterstützen, ist einfach total hilfreich.

Das gilt natürlich auch genauso für generelle Themen, was das Mama-Dasein angeht, sei es die Begleitungen in täglichen Konfliktsituationen bis hin zu Tipps, bei Krankheiten usw.. Ich empfinde so einen Austausch einfach total hilfreich und wertvoll. Nicht nur, dass du als Mama hilfreiche Tipps, sozusagen aus der Praxis an die Hand bekommst, du merkst einfach auch, dass andere auch ihre Herausforderungen haben und du nicht alleine bist.

 

3.    Was denkst du, was gesellschaftlich dafür sorgt, dass es so ist?

Also das soviele Mütter heutzutage mit ihrem Alltag am struggeln sind, liegt meiner Meinung nach an der Gesellschaft und am System. Gerade wir Frauen haben uns über die letzten Jahrzehnte enorm weiterentwickelt. Weg, von dem Hausmütterchen, das für Kinder und Haushalt zuständig ist, hin zu Frauen, die für sich, ihre Wünsche und Träume einstehen. Teilweise ist dies in der Gesellschaft immernoch nicht angekommen, gerade bei der „älteren“ Generation. Zusätzlich hinkt das System, was eine gute Kinderbetreuung gewährleistet in Deutschland komplett hinterher.

4.    Was hast du bisher ausprobiert, um dir den Alltag zu erleichtern? und was davon hat dir am meisten geholfen?

Eine gute Planung ist hier meiner Meinung nach das A und O und vor allem die Absprache oder das Kommunizieren innerhalb unserer Familie. Wir haben bspw. einen geteilten Kalender in Google, in dem werden alle Termine von uns aufgenommen. Zusätzlich binden wir natürlich auch Tanten und Omas ein, wenn wir es benötigen, um uns „Freiräume“ zu schaffen. Ich bin sehr dankbar die Unterstützung innerhalb bzw. durch die Familie zu bekommen.

Zusätzlich haben wir uns mehr oder weniger den Haushalt aufgeteilt und uns vor ein paar Jahren einen Staubsaugerroboter angeschafft. Meiner Meinung nach die beste Investition ever. Ansonsten schau ich wirklich gut auf meine eigenen Energieressourcen und lasse auch mal „fünfe gerade sein“, wenn es gerade einfach eine anstrengende Zeit ist.

 

5.    Wie findest du Informationen um dir den Alltag zu erleichtern?

Ich höre viel Podcast und lasse mich hier und da von passenden Blogartikeln oder Accounts auf Social Media, vor allem Instagram inspirieren.

 

6.    Was würdest du anderen Müttern raten, die die gleichen Schwierigkeiten haben?

  1. Wenn du merkst, dass dich etwas stört, mache zuerst eine Bestandsaufnahme von deinem Ist-Zustand. Schaue dann, wo du gerne hinmöchtest und frage dich anschließend „Wie du dahin kommst?“
  2. Tausche dich aus und habe keine Angst davor dich zu öffnen. Erst wenn wir uns öffnen, mit unseren Sorgen, Ängsten und Nöten, können wir diese auch stillen.
  3. Hebe die Hand, wenn du Hilfe brauchst und suche dir aktiv Unterstützung, sei es in der Familie, Freundeskreis oder bei anderen Mamas. Es gibt auch Organisationen und gemeinnützige Vereine, die Mamas unterstützen.

 

7.    Wenn es eine gute Fee gäbe: was würdest du dir wünschen für ein entspannteres Familienleben?

Eine gesellschaftlichere Akzeptanz unserer heutigen Generation. Es sollte normal werden, dass auch Väter weniger arbeiten, um ihre Familie und Frauen zu unterstützen. Klar an der einen oder anderen Stelle wird das schon gemacht, dennoch ist das leider heutzutage noch eine Ausnahme und auch Männer bekommen das Patriarchat, das leider immer noch herrscht zu spüren. Wir haben das selbst erlebt und die ein- oder andere Geschichte im Freundes-/Bekanntenkreis mitbekommen. Zusätzlich würde ich mir auch eine bessere Familienpolitik wünschen, so dass Eltern und Kinder eine Lobby erhalten und entsprechend auch unterstützt und geschützt werden, damit solche Extremsituationen wie in den letzten 2 Jahren nicht wieder passieren.


Herzlichen Dank an Jenny für ihre Antworten und ihre Offenheit.

Hast du auch Lust, anderen Müttern einen Eindruck in deine Herausforderungen zu geben und ihnen Mut zu machen? Dann melde dich bei mir.

New Working Mom – Wie du eine liebevolle Mama bleibst & berufliche Erfüllung findest (Buchvorstellung)

New Working Mom – Wie du eine liebevolle Mama bleibst & berufliche Erfüllung findest (Buchvorstellung)

Als Mama, gerade wenn dein(e) Kind(er) noch klein ist/sind, hast du sicherlich sehr wenig Zeit zum Lesen. Aber das Buch „New Working Mom – Wie du eine liebevolle Mama bleibst & berufliche Erfüllung findest*“ von Irene Maria Walter kann ich wirklich von ganzem Herzen empfehlen.

Du findest dort nicht nur inspirierende Interviews (im 1. Teil) dazu, wie andere Mütter Beruf und Familie unter einen Hut gebracht haben, sondern hast im 2. Teil die Möglichkeit, ein gesundes Fundament für dein ganzes Leben aufzubauen. Es geht noch viel weiter, als sich nur auf den Job zu beziehen.

Am besten bestellst du dir ein hübsches Notizbuch* dazu und machst alle Übungen – vielleicht sogar regelmäßig – um den größten Nutzen aus dem Buch zu ziehen.

Vielfalt

Die vielen Infos und Geschichten beziehen sich übrigens sowohl auf Österreich als auch auf Deutschland. Im Interview Teil findest du vielfältige Lebenssituationen, wie z.B. auch gleichgeschlechtliche Paare, Patchwork-Familien, Studierende mit Kind, Selbständige/Angestellte – es ist bestimmt für jeden etwas dabei 🙂 Die Einblicke in die unterschiedlichsten Situationen, Herausforderungen und wie sie gestärkt gemeistert wurden gibt dabei viele Anregungen für den eigenen Alltag. 

Was du in dem Buch findest:

  • Mut machende Interviews mit anderen Frauen darüber, wie sie Beruf und Familie vereinbart haben
  • Die wichtigsten Tipps, um dem Mama Burnout vorzubeugen
  • Eine Analyse deiner Werte
  • Wie du Karriere überhaupt definierst und was du daran ändern kannst
  • Ziele intelligent setzen und neue Wege gehen
  • Mental Load und wie du da wieder raus kommst
  • Unterstützung – welche großartigen Möglichkeiten es für eine bessere Vereinbarkeit gibt
  • Resilienz
  • und vieles mehr!

Das Ganze ist ausgestattet mit wertvollen Übungen und Impulsen, um sein Leben auch wirklich ganz praktisch zu verbessern!

Das Buch motiviert (im Gegensatz zu vielen anderen) wirklich dazu, das zu ändern, was geändert werden darf und zeigt dir die Schritte dafür, wie auch im Untertitel „In 6 Schritten zu mehr innerer Zufriedenheit“ angedeutet.

Was mir unglaublich gut gefallen hat

Es ist auf den Punkt gebracht, hat genau die richtige ausgewogene Menge an Theorie, praktischen Übungen und Ermutigung und liest sich selbst im anspruchsvollen Mama Alltag einfach so weg.

Hast du das Buch schon gelesen? Schreib mir unbedingt in die Kommentare, wie es dir gefallen hat!