SOS Plan – Wenn (fast) nichts mehr geht

Wenn du vor Erschöpfung und Chaos kaum noch klar denken kannst

Such dir unbedingt Unterstützung. Am besten schaust du einmal bei den Beratungsstellen nach, ob du hier jemanden kurzfristig telefonisch erreichen kannst. Ein Anruf z.B. bei der DDIF Elternberatung (kostenlos, 030 / 81 45 25 90) kann dich vielleicht schon wieder auffangen.

Wenn es irgendwie möglich ist: Lass jemanden kurzzeitig bei dir einziehen, der mit Haushalt + Co helfen kann. Eine gute Freundin, ein Familienmitglied. Sofern du einen Partner hast, der arbeitet: Bitte ihn, ein paar Tage Urlaub zu nehmen (notfalls auch unbezahlt). Überlegt euch zusammen einen Plan, wie es weitergehen kann, wie du mehr Entlastung bekommst.

Bei der Krankenkasse lässt sich unter Umständen eine Haushaltshilfe / Familienpflege beantragen. Falls dies abgelehnt wird, du aber trotzdem den Haushalt nicht schaffst, frag beim Jugendamt nach – die haben für solche Fälle auch unkompliziert kostenlose Hilfe (in der Theorie).

Es ist sogar möglich, dass man eine Nacht im Krankenhaus schläft, und du dort dein Baby abgeben kannst für die Nacht, um mal durchzuschlafen. Klar, nicht die beste Option hinsichtlich der Bindung etc., aber falls du seit Monaten kaum geschlafen hast und kurz vor dem Zusammenbruch stehst, kann dies eine kurzzeitige Notfalllösung sein.

Ansonsten kommen hier noch ein paar praktische Tipps:

Schaff dir so viel Freiraum wie möglich, um erstmal wieder durchzuatmen. Leg dabei am besten dein Handy und sonstige elektronische Geräte zur Seite (nachdem du dies zu Ende gelesen und dir Hilfe organisiert hast)
Termine – Alles absagen, was irgendwie geht. Wenn es dir wirklich gar nicht gut geht, würde ich sogar empfehlen, es so zu handhaben, als wenn du einfach mit Grippe im Bett liegen würdest. Ist ja auch sehr ähnlich, wenn psychisch/durch extremen Schlafmangel nichts mehr geht. Oft helfen schon 1, 2 Wochen ohne Termine, um mal wieder durchatmen und klarer sehen zu können.
Kinder – Wenn möglich in Betreuung geben, einen Babysitter engagieren, Familie, Nachbarn, Freunde fragen o.Ä.  Ist das Kind noch sehr klein kann es helfen, wenn jemand bei dir zu Hause mit dem Baby/Kind spielt, während du auch zu Hause etwas machen kannst (duschen, Haushalt, Briefe beantworten, …).
Haushalt – Auch hier: Vereinfache alles so weit wie möglich. Unordnung vorläufig in eine große Kiste/Tüte werfen. Rewe Lieferservice, DM bestellen, Hello Fresh, Staubsaugerroboter, über nebenan.de direkt aus deiner Nachbarschaft eine Putzhilfe oder jemanden zum Einkaufen/für Erledigungen organisieren

Wenn du möchtest, kannst du mich auch kontaktieren und wir überlegen uns für dich gemeinsam, mit welchen konkreten Schritten du wieder Land sehen kannst.